Start Einsatzabteilung Ausbildung Personensuche 14.08.2004
Personensuche 14.08.2004

personensuche_01Mancher Bewohner des Reinheimer Stadtteils Georgenhausen - Zeilhard wird sich am vergangenen Samstag gewundert haben, warum die Sirenen gleich zweimal am Tag erschallten. Wo es sich beim ersten mal um die routinemäßige Überprüfung der Sirenen um die Mittagszeit handelte, war es beim zweiten Mal in den Abendstunden ein echter Alarm.
Kurz vor 20 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Wehren Georgenhausen und Zeilhard, der Stadtbrandinspektor und das Deutsche Rote Kreuz Zeilhard-Georgenhausen über Sirene und Funkalarmempfänger alarmiert. „Feuer mit mehreren Verletzten!“ So lautete die Einsatzmeldung, die die Rettungsleitstelle den Einsatzkräften von Feuerwehr und Deutschem Rotem Kreuz mitteilte.

Im angrenzenden Waldstück bei Dilshofen hatte sich wohl eine Gruppe Jugendlicher zu einer Party getroffen und trotz der ausgerufenen Waldbrandgefahr ein Lagerfeuer entzündet. Durch den unsachgemäßen Umgang mit Brandbeschleunigern geriet das Feuer außer Kontrolle und griff auf ein nahe stehendes Gebüsch über. Dabei wurden die meisten Jugendlichen teils leicht teils aber auch schwer verletzt. Einige von ihnen waren in Panik in den Wald geflohen. Durch die vermutete Anzahl von 10 bis 15 Verletzten und Vermissten entschied sich die Einsatzleitung schon zu Beginn, weitere DRK-Gruppen zu alarmieren und wenig später machten sich Einsatzkräfte des DRK Reinheim, des DRK Groß-Bieberau und der DRK-Rettungs-Hundestaffel Babenhausen zur Einsatzstelle auf den Weg. 
Was die Einsatzkräfte bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht wussten, es handelte sich zum Glück nur um eine Alarmübung. Knapp eineinhalb Stunden vorher hatte sich die Gruppe Jugendlicher nicht zur Party getroffen, sondern zum Schminken der Verletzungen. Ausgebildete Unfalldarsteller des DRK kamen aus ganz Hessen zusammen, um Verletzungen von Schock, über leichte und schwere Verbrennungen, bis hin zur Wirbelsäulenfraktur darzustellen.
Ziel der Übung war diesmal weniger die Brandbekämpfung – so konnte die Feuerwehr recht schnell „Feuer aus!“ melden – als mehr die Personenrettung und -suche. 
 
Die enge Zusammenarbeit bei der Verletztenversorgung durch Sanitäter des DRK und der Feuerwehr sollte geübt werden. Durch die Einbeziehung der Rettungshunde sollte auch gezeigt werden, dass eine möglichst frühzeitig beginnende Suche durch Rettungshunde, Einsatzkräfte entlasten und die Suche beschleunigen kann. Denn ein ausgebildeter Rettungshund ersetzt vor allem bei Dämmerung und Dunkelheit eine Personensuchkette von ca. 20 Einsatzkräften und kann ein Gebiet viel schneller durchsuchen.

Die Belastung der Einsatzkräfte durch dieses Schadensereignis war hoch, da durch die große Anzahl von Verletzten vor allem anfangs meist ein Sanitäter zwei Verletzte versorgen musste. Für einige der jungen und recht neuen Helfer des DRK eine Herausforderung, die sie so noch nicht kannten. Da waren alle froh, dass von Anfang an Sanitäter der Feuerwehr bei der Verletztenversorgung mithalfen. (Um eine gute Versorgung leisten zu können, werden pro Verletztem mindestens zwei Sanitäter und für den Transport sogar mindestens vier Helfer benötigt.) Die Zusammenarbeit funktionierte hervorragend. Feuerwehr und DRK versorgten und transportierten die Verletzten gemeinsam und machten sich dann auf, eine erste Suchkette zu stellen, um die Vermissten zu suchen. Doch bei jedem Verletzten, der gefunden wurde, mussten Einsatzkräfte zurückbleiben und so wurde die Suchkette immer kleiner. Dann traf auch die Rettungshundestaffel ein und löste die sichtlich erschöpfte Suchkette ab. Da bis dahin fast alle Einsatzkräfte bis an ihre Grenzen gefordert wurden und man zu diesem Zeitpunkt hätte durch andere Einheiten abgelöst werden müssen – was die Übung aber nicht vorsah – wurde nach dem Auffinden der letzten vermissten Person die Übung durch die Einsatzleitung abgebrochen. Die Übungsteilnehmer sollten, da es sich nicht um einen Realfall sondern nur um eine Übung handelte, nicht noch mehr strapaziert werden.