Start Einsatzabteilung Ausbildung 22.06.2011: Große Katastrophenschutzübung
22.06.2011: Große Katastrophenschutzübung
DSC_0104Auf (Übungs-)Anforderung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport sind rund 120 Kräfte verschiedener KatS-Einheiten aus dem Landkreis, und erstmalig auch benachbarter Kreise, vergangenes Wochenende nach Daaden im Siegerland angerückt.
Die Einheiten wurden zur Hilfeleistung bei der Waldbrandbekämpfung im Landkreis Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) in Marsch gesetzt. Den Ablauf einer solchen Anforderung sowie die Umsetzung vor Ort galt es bei dieser Großübung zu bewerkstelligen. Die (Übungs-)Anforderung durch das Land Hessen setzte den Übungsbetrieb am Freitag in Gang. Nach der Anforderung und Alarmierung der Gemeinde- und Stadtbrandinspektoren setzten sich die Einheiten gegen 17.00 Uhr in das Übungsgebiet in Marsch.
Die Unterbringung der Teilnehmer erfolgte in Unterkunftsgebäuden der Bundeswehr im Lager Stegskopf in Emmerzhausen. Dort wurde auch die (hervorragende!) Verpflegung eingenommen.
Der angrenzende Truppenübungsplatz bot beste Voraussetzungen für die Übungen so dass Teilbereiche für die Übungsszenarien genutzt wurden. Für das Waldbrandszenario stand ein komplettes Übungsdorf mit angrenzendem Teich zur Löschwasserversorgung umgeben von Waldflächen zur Verfügung. Ein zweiter Bereich, eine ausgediente Tankstelle mit verschiedenen Gebäuden und einem unterirdischen Schutzbunker wurde als Schauplatz einer weiteren Übung genutzt.
Der Samstag stand dann ganz im Focus der Übung. Die eingesetzten KatS-Einheiten mussten ihre Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Szenarien unter Beweis stellen. Die Szenarien wurden jeweils den Handlungen der Einsatzkräfte angepasst und stetig erweitert um alle Teilnehmer entsprechend vor Ort einsetzen zu können.
Waldbrandübung - Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand ein Gebäude im Vollbrand. Der Brand weitete sich sehr schnell auf angrenzende Gebäude aus. Eine unbekannte Anzahl Personen wurde in den Häusern vermutet. Die vor Ort eingesetzten Einheiten leiteten erste Löschangriffe und die Durchsuchung der Häuser ein. Schnell wurde klar, dass ein Löschzug für die Aufgabenbewältigung nicht ausreichend war. Aus dem Bereitstellungsraum wurden nach und nach alle verfügbaren Einheiten zur Einsatzstelle alarmiert.
Durch die Gebäudebrände wurde ein unmittelbar angrenzendes Waldgebiet großflächig im Mitleidenschaft gezogen. Der Waldbrand bedrohte eine Personengruppe, die sich zwischenzeitlich vor den Flammen auf eine Waldlichtung geflüchtet hatte. In den Abschnitten arbeiteten die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW sowie der Rettungs- und Hilfsdienste Hand in Hand die gestellten Aufgaben ab. Zur Löschwasserversorgung standen Tanklöschfahrzeuge und die Wasserentnahme aus einem Teich im Übungsgebiet zur Verfügung .
Die IuK- Gruppe hatte ihr Quartier in der Kaserne bezogen. Sie sorgten mit der vorhandenen Technik des GW-IuK, zur Errichtung einer stationären Führungseinrichtung, für die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen der Leitstelle und der Einsatzleitung im ELW 2 vor Ort.
Mittels Pyrotechnik wurde das Einsatzszenario so realistisch wie möglich gestaltet. Zahlreiche Rauch- und Pyroeffekte ließen es so richtig krachen und vermittelten einen realitätsnahen Eindruck.
Brand in einem Produktionsbetrieb - Auf dem Gelände eines Produktionsbetriebes kam es zu mehreren Explosionen. Auf der Anfahrt der ersten Einheiten drang dichter Rauch aus einem Verwaltungsgebäude auf dem Betriebsgelände. Mit schwerem Atemschutz gingen die Trupps in das Gebäude zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor. Gleichzeitig wurde eine Riegelstellung zu Nachbargebäuden aufgebaut.
Weitere Erkundungen auf dem Gelände ergaben eine starke Rauchentwicklung in einer unterirdischen Bunkeranlage. Rettungskräfte der Feuerwehr gingen zur Personenrettung und Brandbekämpfung unter schwerem Atemschutz in den Schutzbunker vor. Zur besseren Entrauchung wurde ein Fluchtschacht des Bunkers geöffnet und mittels eines Hochleistungslüfters das Bunkersystem belüftet. Mehrere Personen konnten nach aufwendiger Durchsuchung des Bauwerks dem Rettungsdienst übergeben werden.
In Folge des Brandes wurde ein Teil des Gebäudes so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass ein drohender Teileinsturz befürchtet wurde. Das THW wurde zur Gebäudesicherung an die Einsatzstelle alarmiert. Mit einem speziellen Stützsystem konnte das Gebäude ausreichend stabilisiert werden.
Zur Wasserversorgung reichte der eingesetzte Pendelverkehr mit den Tanklöschfahrzeugen nicht aus. Von einem nahegelegenen Überflurhydranten musste eine Förderstrecke aufgebaut werden um die Einheiten mit ausreichend Löschwasser zu versorgen.
Verkehrsunfall mit mehren Verletzten
Unmittelbar im Kreuzungsbereich des Produktionsbetriebes kam es noch während der Löscharbeiten des Brandes zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen zwei, mit insgesamt fünf Personen besetzten, Fahrzeugen. Die Insassen wurden in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Die Fahrzeuge fingen sofort Feuer. Unter schwerem Atemschutz und Zuhilfenahme von Schaum konnte der Fahrzeugbrand gelöscht werden. Mittels hydraulischen Schneidgeräts wurden die Personen aus den völlig demolierten Fahrzeugen befreit und dem bereitstehenden Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben.
Im Anschluss an die jeweiligen Übungsabschnitte wurden die Aufgabenstellung sowie die Eindrücke zum Ablauf und Lösungsvarianten durch die Übungsleitung bewertet und mit allen Teilnehmern direkt vor Ort besichtigt und besprochen. Nach Übungsende herrschte Einigkeit darüber an einem besonderen „Event“ dabei gewesen zu sein. Optimale Übungsbedingungen in einer perfekten Umgebung machen Lust auf mehr.
Auf diesem Wege auch noch einmal Danke an den Herrn Huhn von der Bundeswehr-Feuerwehr Lager Stegskopf für die hervorragende Betreuung, sowie dem Küchenteam für die exzellente Verpflegung.
Teilnehmende Einheiten ggf. auch als Teileinheit:
4. Löschzug Dieburg
5. Löschzug Eppertshausen
6. Löschzug Erzhausen
13. Löschzug Modautal
14. Löschzug Mühltal
16. Löschzug Ober-Ramstadt
19. Löschzug Reinheim
FF Darmstadt-Arheilgen
FF Egelsbach
3. Technische Zug THW Ober-Ramstadt in Unterstützung mit THW-Helfer des Ortsverbandes Michelstadt
IuK Gruppe Groß-Bieberau
ELW 2 aus Pfungstadt
SEG-San DRK Darmstadt-Land
SEG-San DRK Dieburg
TEL KatS
Übungsleitung
Pressegruppe DA-DI
Pyrotechnik

Text und Bilder: Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg