Sturmtief Xynthia hält Einsatzkräfte im Landkreis in Atem
Der Sturm hatte in ganz Hessen den Verkehr behindert, schwere Schäden angerichtet und für Dauereinsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. "Es ist alles im Einsatz, was fahren und laufen kann", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Frankfurt. Tief "Xynthia" forderte zwei Todesopfer in Hessen: In Taunusstein (Rheingau-Taunus) wurde ein 69 Jahre alter Wanderer von einem Baum erschlagen. Er war mit einer Wandergruppe unterwegs.
Auch der Tod eines zweieinhalbjährigen Jungen wird mit dem Unwetter in Verbindung gebracht: Das Kind war in Biblis (Bergstraße) in den Fluss Weschnitz gestürzt und ertrunken. Die Feuerwehr vermutet, dass der Junge am Ufer von einer Windböe erfasst und in den Fluss geweht wurde.
Der Bahnverkehr normalisierte sich am Montagmorgen zunehmend. Allerdings kommt es nach Angaben der Deutschen Bahn auf der Strecke zwischen Gießen und Kassel noch voraussichtlich bis zum Dienstagmittag zu Behinderungen. Wegen Oberleitungsschäden ist die Strecke zwischen Stadtallendorf und Neustadt nur eingleisig befahrbar. Ebenfalls wegen Oberleitungsschäden waren die Strecken der S-Bahn-Linien 1 und 2 von Dietzenbach und Ober-Roden in Richtung Offenbach-Ost zunächst nicht befahrbar.
Das gewaltige Sturmtief "Xynthia" führt seit den Mittagsstunden im Landkreis Darmstadt-Dieburg zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehren. Über 330 Einsätze zählte die Rettungsleitstelle in Dieburg bis zum frühen Abend. Rund 60 der 80 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis sind mit Sicherungsmaßnahmen und Aufräumarbeiten beschäftigt.
Abknickende Äste und fallende Bäume werden aus allen Regionen des Landkreises gemeldet. Derzeit liegen die Schwerpunkte der Verwüstungen in Dieburg, Greisheim, Pfungstadt und Weiterstadt. Zahlreiche Bäume sind umgefallen oder drohen umzustürzen. Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern deckten vielerorts Dächer von Häusern und Scheunen ab. Zeitweise mussten zahlreiche Landes- bzw. Kreisstraßen für die Aufräumarbeiten gesperrt werden. Die Bahnstrecken Darmstadt-Mainz und Dieburg-Aschaffenburg wurden gesperrt. Auf den Schienen und Oberleitungen liegende Bäume und Äste verhinderten die Durchfahrt. Die Straßenbahnenlinien nach Griesheim und Seeheim-Jugenheim stellten ihren Betrieb komplett ein.
Anders als in anderen Regionen in Deutschland sind im Landkreis Darmstadt-Dieburg bisher keine Verletzte oder gar Todesopfer zu beklagen. Derzeit sind lediglich Sachschäden zu verzeichnen.