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27.07.2011: Digitalfunk kommt wohl erst 2014 PDF Drucken
Mittwoch, den 27. Juli 2011 um 13:55 Uhr
digitalfunk

Zehntausende Polizisten und Feuerwehrleute in Hessen warten darauf: Die Einsatzkräfte wollen endlich mit der abhörsicheren Digitaltechnik funken. Versprochen wurde ihnen der Digitalfunk schon zur Fußball-WM 2006. Dann war von 2010 die Rede, aber auch dieser Termin ließ sich nicht halten.

Jetzt wollen Bund und Land das neue Funknetz in Hessen bis Ende nächsten Jahres fertigstellen. Doch der Sprung in das digitale Zeitalter ist damit noch lange nicht geschafft. Nach hr-Recherchen wird der Digitalfunk in Hessen frühestens 2014 den alten Analogfunk ablösen. 
 
Nordhessen noch Digitalfunk-Wüste
Das Digitalfunknetz soll nach den Plänen der Landesregierung zuerst im Rhein-Main-Gebiet, dann in Südhessen und schließlich in Mittel- und Nordhessen aufgebaut werden. Während im Rhein-Main-Gebiet schon mehrere Dutzend Funkmasten im Test-Betrieb sind, ist Nordhessen noch Digitalfunk-Wüste. "Bei uns steht noch kein einziger Mast", sagt Gerhard Biederbick, Kreisbrandinspektor im Kreis Waldeck-Frankenberg. "Nach meinem Kenntnisstand soll bei uns das Netz im Jahr 2013 fertig sein." Der eigentliche Betrieb werde frühestens 2014 beginnen.

Die Landesregierung bleibt trotzdem bei ihrer Zielmarke. Auf hr-Anfrage schreibt das Ministerium: "Nach den derzeitigen Planungen gehen wir noch immer davon aus, dass das Digitalfunknetz Ende 2012 in Hessen großflächig von den Bedarfsträgern genutzt werden kann". Ob damit nur Tests gemeint sind oder der tatsächliche Betrieb, erklärt das Ministerium nicht. Deutlicher wird die Bundesbehörde für den Digitalfunk (BDBOS). Nach ihren Angaben wird das deutsche Netz erst Ende 2014 flächendeckend in Betrieb sein. Aber: Es könne durchaus noch einige "Nachläufer" geben. 
 
Bürgerproteste in Südhessen
Beim Digitalfunk-Aufbau kämpft Hessen an mehreren Fronten: Da sind zum einen die Mobilfunkgegner. Sie haben jetzt auch den digitalen Behördenfunk ins Visier genommen. So hat sich beispielsweise im südhessischen Hassenroth eine Bürgerinitiative gegen den dort geplanten Funkmast gegründet. Und auch bei der Beschaffung der Endgeräte hakt es. Weil die europaweite Ausschreibung wiederholt werden musste, hat sich die Lieferung um Monate verzögert. Die heiß ersehnten Funkgeräte werden wohl erst im Herbst bei den Feuerwehren ankommen. Erst dann kann getestet und geschult werden.

Aber selbst wenn alle Geräte da sind, ist kein reibungsloser Betrieb garantiert – das musste zuletzt die Polizei in München erfahren. Dort wurde der Probebetrieb nach kurzer Zeit gestoppt. Die Sprachqualität war miserabel, Funkrufe kamen nicht an. Einstweilen wird in München deshalb wieder analog gefunkt. Und auch das Land Hessen rüstet sich offenbar noch für eine analoge Zukunft. Nach hr-Informationen wird das alte Analognetz von Feuerwehr und Rettungskräften derzeit flächendeckend ausgebessert. Es soll für die nächsten drei, vier Jahre fit gemacht werden - mindestens.

Quelle:hr-online.de

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 07. September 2011 um 17:02 Uhr